Die Bedeutung der Erdnuss im Senegal Teil 10



5. Schluss
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einführung der Erdnuss im Senegal für große Veränderungen gesorgt hat, die vor allem auf die ländliche Bevölkerung starke Auswirkungen hatte. Schon in der Kolonialzeit wurde, aufgrund von starker Nachfrage nach pflanzlichen Fetten in Frankreich und für den Erdnussanbau guten Wetterbedingungen, für eine Monokultur der Erdnuss gesorgt, die für zunehmende Verschlechterung der Böden des Landes führte. Die Subsistenzwirtschaft wurde fast vollkommen verdrängt, was den Senegal dazu zwang, einen sehr großen Teil der benötigten Nahrungsmittel zu importieren. Durch die Einführung von Steuern und den sehr beliebten europäischen Konsumgütern, Abgaben des Einkommens an die Marabouts und ohnehin kleine Gewinnmengen beim Verkauf von den produzierten Erdnüssen, die nicht ausreichten um genügend Nahrungsmittel zu beschaffen, fielen die Bauern in ein Verschuldungssystem, welches sie dazu zwang, im Erdnussgeschäft weiter tätig zu sein. Heute gehört der Senegal zu den Ländern Westafrikas, die politisch sowie auch ökonomisch recht stabil sind. Jedoch ist die Wirtschaft immer noch vom Import abhängig und der Export ist nicht sehr vielfältig. Die Infrastruktur ist immer noch nicht genügend ausgebaut und die Energierversorgung sowie der Bildungs- und Ausbildungsbereich weisen starke Defizite auf. In letzter Zeit wird verstärkt Viehzucht und Fischerei betrieben, wohingegen der Baumwoll-, Hirse-, Reis- und Erdnussanbau stark zurückging.37

Auch heute noch ist der wichtigste Wirtschaftspartner des Senegals Frankreich. Vor allen Dingen Nahrungsmittel, sowie Rohöl und technische Ausrüstung müssen importiert werden. Hierbei sind unter anderem Frankreich, Brasilien, Nigeria und die USA wichtigste Importländer. Mali, Frankreich, Spanien und Gambia stellen die wichtigsten Exportländer dar.

Die Lebensunterhaltungskosten sind auch im Senegal in den letzten Jahren stark angestiegen. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Erhöhung der Preise für Lebensmittel (+7,1%) und die Erhöhung der Energiepreise (+18%) zurück zu führen.38

Auch heute noch ist die Erdnuss das wichtigste Agrarprodukt des Senegals und beansprucht knapp die Hälfte der bebaubaren Flächen des Landes. Und obwohl die Erdnusspreise stark fielen, wurde weiter produziert, wobei die Bevölkerung, die von den Einnahmen so nicht überleben konnte, von der Regierung Zuschüsse bekamen. Doch seit dem Jahre 2002 wird nicht mehr subventioniert und eine staatliche Gesellschaft(Sonagraines), die dafür verantwortlich war Erdnusssamen an die Bauern gegen Kredit zu verteilen, ist privatisiert worden und verteilt nun weder Samen im Vorraus noch Kredite an die Bauern. Dazu kommt noch, dass Europa nicht mehr so interessiert an Erdnussöl aus dem Senegal ist, da anderes pflanzliches Öl billiger ist.39

37 http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Senegal/Wirtschaft.html, 29.10.2008
38 http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Senegal/Wirtschaft.html, 29.10.2008
39 http://afrika.heim.at/Berichte/MitteilungSenegal.htm, 29.10.2008