18. November 2019

Jackfrucht

Jackfrucht oder auch Jackfruit (Artocarpus integrifolia), engl. Jackfruit; fr. Jacquier

Der Jackfruchtbaum gehört zu der Gattung der Maulbeergewächse (Moraceae) und ist mit dem Brotfruchtbaum verwandt. Die Jackfrucht stammt ursprünglich aus Indien. In Regionen Vorderindiens, wie Keralas kann man diese Bäume, die dort „Jaca“ genannt werden, auch heute noch in ihrem Wildzustand finden. Die Verwendung des Jackfruchtbaumes ist vielfältig: das Fruchtfleisch lässt sich sowohl roh als auch gekocht verspeisen, die gerösteten Samen sind sehr schmackhaft und das Holz lässt sich u.a zum Bootbau nutzen. Daher wird der Baum vermutlich seit Jahrtausenden in Indien und Sri Lanka verwendet. Nach Ostafrika gelangte die Jackfruit durch arabische Seefahrer. Im Gegensatz zum Brotfruchtbaum, der dort keine Liebhaber fand, fand die Jackfrucht bei den Afrikaner Gefallen und wird noch heute verwendet.
Franke nennt einen weiteren Baum, den afrikanischen Brotfruchtbaum (Truculia africana) – Okwabaum genannt -, dessen Samen sehr stärkereich sind und zu Mehl gemahlen werden.

Aussehen:
Baum, Blätter und Blüte: Die Bäume werden bis zu 25 m hoch und tragen ganzrandige und ca. 18 x 12 cm große Blätter. Diese sind oval bis herzförmig und besitzen eine glänzende Oberseite. Die männlichen und weiblichen Blätter sind auf dem Baum von einander getrennt verteilt. Die Blüte ist eher unscheinbar.
Früchte: Die Früchte sind ziemlich groß und können bis zu 50 kg (im Durchschnitt 20-30 kg) schwer werden. Die längliche Frucht besitzt eine grüne warzige Schale. Im Inneren findet man das gelbe Fruchtfleisch, dass die 5 cm großen Samen umschließen. Das Fruchtfleisch der reifen Früchte lässt sich leicht herauslösen und ebenso lassen sich die Kerne entfernen. Im Gegensatz zur Brotfrucht, die am Ende vom Zweig wächst, findet man die Jackfrucht an Kurztrieben direkt am Stamm, umgeben von wenigen Blättern. Der Ertrag der einzelnen Bäume ist sehr hoch – durchschnittlich trägt jeder Jackfruchtbaum jährlich zwischen 220-260 Früchte.

Geschmack:
Sowohl die Form, Größe und Geschmack der Jackfrucht variieren stark. Häufig verströmt die Frucht einen Geruch nach Capronsäure, der hierzulande auf viele eher abstoßend wirkt (Der Name leitet sich vom Lateinischen capra für Ziege ab, da diese im Geruch an Capronsäure erinnern). Der Geschmack der Samen erinnert dagegen an Esskastanien.
Laut Franke wird das Fruchtfleisch wegen seines fauligen Duftes über Nacht in Salzwasser eingelegt und dann zum Essen gekocht. [Die Jackfrüchte, die ich in Tansania gegessen habe, waren allerdings alle roh und extrem lecker.]

Vermehrung:
Die Vermehrung des Jackfruchtbaumes geschieht meist durch die Samen. Dies geschieht häufig durch Kreuzbefruchtung und führt zu einer starken Aufspaltung der Biotypen. Darauf lässt sich auch die Vielfalt in Bezug auf Größe, Geschmack und Konsistenz des Fruchtfleisches zurückführen.

Bedeutung:
In einigen Regionen besitzt die Jackfrucht große Bedeutung als Grundnahrungsmittel und Gemüse.

Quellen:
Brücher, Heinz: Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation, Springer Verlag,  Würzburg, 1977, S. 351 u. 345f.

Franke, Wolfgang: Nutzpflanzen. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 3. Auflage 1985, S.108.

Abb. 1:  Jackfrucht am Baum, Wikipedia, GaMip

Abb. 2: Innenansicht einer Jackfrucht,  Wikipedia, Hans P.

 

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