18. November 2019

5. Schluss

Die Cabildos spielten eine entscheiden Rolle bei der Entstehung der Santeria. Sie boten den Afrikanern die Möglichkeit, sich zu treffen und sich auszutauschen. Ohne die Cabildos wären die Sklaven nicht in der Lage gewesen ihre religiösen und kulturellen Tradition so lebendig zu halten und weiter ausüben zu können. Außerdem kam es durch die Zusammensetzung der Bevölkerung innerhalb der Cabildos zur Diffusion. So wurden lokale Götter einem breiten Publikum bekannt und die Götter assimilierter ethnischer Gruppen in die Cabildos aufgenommen. Laut der Oraltradion der Afrikaner war diese Diffusion anfangs zufällig. Doch dann entdeckten die Afrikaner die Vorteile und versuchten, die Oricha-Kulte zu standardisieren.

Außerdem gelang es den ihnen, ihre ursprünglichen Institutionen zu übernehmen oder anzupassen. Ein Beispiel sind die so genannten èsúsú-Sparvereine der Yoruba, die in Kuba durch das Lotterie spielen ersetzt wurden. Dank der Cabildos gelang es den Afrikanern, ihre Hierarchien wieder aufzubauen. Allerdings galten diese nur innerhalb der Gemeinschaft und verloren ihre Gültigkeit in der Welt der “Weißen”.

Ob es sich bei dem Synkretismus der Heiligen um bloße Täuschung oder tatsächlich um die Identifizierung dieser mit den eigenen Orishas handelt, ist unklar1.
Feststellen lässt sich nur, dass man diese Elemente auch heute noch in der Santeria wiederfindet.

Ohne die Institution der Cabildos wäre es den Afrikaner nicht gelungen, “reglas” zu gründen und somit wäre die Santeria wahrscheinlich nicht entstanden. Denn eine
Notwendigkeit für deren Entstehung war die Gemeinschaft, der dadurch entstandene Austausch und die Erneuerung der religiösen Praktiken und kulturellen Traditionen. Ohne die ständige Zufuhr neuer Sklaven, die wiederum in den Cabildos agierten, wäre es zu einem Informationsverlust gekommen und die Sklaven hätte das Wissen über ihre eigene Kultur langsam verloren.

1Professor Kurt Beck ist der Ansicht, dass es sich hierbei nicht um Synkretismus, sondern um Reinterpretation handelt. (Vorlesung: “Afrika in Amerika” 2.Mai 2007)

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