18. November 2019

Heiraten in Dänemark, Afrika oder Deutschland? – Teil 4

Anscheinend kann jede Kommune selbst entscheiden, ob die zukünftigen Paare anwesend sein müssen oder nicht. Im Internet habe ich einige Informationen darüber gefunden, dass man den Aufenthalt teilweise auch nachweisen muss. Bei uns war es nur notwendig, dass wir im Notfall erreichbar gewesen wären – nachweisen mussten wir dies nicht. Montags angekommen, freitags geheiratet – bei uns lief es ziemlich unproblematisch. Ich weiß nicht ob es zwingend notwendig ist, aber wir hatten zwei dänische Trauzeugen (John und Henry, einen weiteren Angestellten und Freund meines Onkels, den wir bereits kannten). Bei meiner Recherche im Vorfeld hatte ich gelesen, dass man dänisch verstehen müsse oder aber einen Dolmetscher bräuchte – bei uns war die Trauung auf deutsch und das obwohl wir nicht an der Grenze sondern in Odense geheiratet haben. Die Zeremonie an sich war sehr kurz, aber die Standesbeamtin war sehr freundlich und niedlich. Als Andenken bekamen wir den Stift mit dem wir unterschrieben hatten. Im Anschluss veranstalteten wir eine kleine Feier in der Wohnung meines Onkels und schon ging es wieder zurück nach Hause.

Die Anerkennung in Deutschland verlief ebenfalls unproblematisch. Die erste Standesbeamtin hatten mir zwar am Telefon „gedroht“, dass sie einer  Hochzeit in Dänemark kritisch gegenüberstehe gerade, wenn man ursprünglich geplant habe in Deutschland zu heiraten und sie deshalb die Dokumente und uns besonders genau überprüfen würde – aber sie war ja zum Glück nicht mehr für uns zuständig. Unsere neue Standesbeamtin war super lieb und innerhalb weniger Tage war unsere Ehe anerkannt und ich konnte den Nachnamen meines Mannes annehmen. Allerdings gibt es in unserem Freundeskreis ein Paar bei dem dies nicht so unproblematisch von statten ging. Bis heute  kann die Frau seinen Nachnamen nicht annehmen, weil der Standesbeamte ihnen Steinen in den Weg legt.
Der Gang zur Ausländerbehörde verlief allerdings nicht so reibungslos. Sehr unfreundlich wurden wir anfangs dort behandelt. Da mein Mann ursprünglich als Student nach Deutschland gekommen war und seine Dokumente noch nicht an den zuständigen Sachbearbeiter weitergeleitet waren, mussten wir uns weiterhin mit der Abteilung für Studenten auseinander setzten. Doch bei unserem zweiten Besuch gerieten wir an einen Mann innerhalb der Abteilung (und nicht an eine der Frauen, die auch den Ruf haben besonders unfreundlich zu sein) und dieser verlängerte dann die Aufenthaltserlaubnis meines Mannes. Ende gut – alles gut! 🙂

Ich kenne allerdings auch zwei Paare die nicht aufgegeben haben und letztendlich in Deutschland geheiratet haben. Eine Freundin von mir bewies einen langen Atem und schaffte es ihren damaligen Freund nach Deutschland zu holen und hier zu heiraten. Mittlerweile sind sie eine kleine glückliche Familie. Ein Freund meines Mannes beantragte alle Dokumente (die ebenfalls falsch ausgefüllt waren) neu und letztendlich konnten auch die beiden in Deutschland heiraten.

Egal für welchen Ort man sich entscheidet, wichtig ist das beste aus der Situation zu machen, sich nicht unterkriegen zu lassen und am Ende einen der schönsten Tage seines Lebens zu feiern. 🙂

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