18. November 2019

HIV und AIDS in der Populärkultur Afrikas

Gerade habe ich begonnen, Literatur für meine Hausarbeit über HIV und AIDS in der Populärkultur Afrikas durchzusehen. Diese Hausarbeit entsteht innerhalb des Seminars „popular culture”.

Bei meiner Recherche ist mir besonders das Buch “Playing for Life: Performance in Africa in the Age of AIDS” von Louise M. Bourgault aufgefallen. Außer dem eigentlichen Thema “Performance” bietet es auch einen einleitenden Teil zum Thema Afrika allgemein und HIV/AIDS. Auf mehr als 50 Seiten bekommt man somit einen guten Überblick über die Bevölkerung (ethnische Gruppen und Sprachen), die Geschichte Afrikas (seit dem ersten Kontakt mit Europäern) und HIV und AIDS (Bedeutung, Geschichte, Einfluss auf Afrika und speziell auf die Kinder dort). Des weiteren nennt die Autorin auch Faktoren, die eine Verbreitung von AIDS begünstigen und geht auf aktuelle (Stand 2003) AIDS-Programme in Afrika ein. Daran anknüpfend vertieft Bourgault die Ergebnisse anhand der Länderbeispiele Mali und Südafrika. Das Ende des Teils bildet eine Einführung über „Performance“ in Afrika.

Im zweiten Teil geht Bourgault tiefer auf orale Traditionen (mündliche Überlieferungen), Musik und Theater ein. Neben einer Einführung bietet jedes Kapitel Beispiele für diese Art von Performance. Außerdem wird behandelt, wie die Krankheit in diesen Bereichen thematisiert bzw. die AIDS-Aufklärung durchgeführt wird. Abschließend versucht die Autorin, eine Theorie zu entwickeln (anhand von Ritual, Performance und sozialem Wandel), die es ermöglicht zu verstehen, wie Performance die Werte und Verhaltensmuster – die eine Ansteckung mit HIV begünstigen – verändern kann.

Ein weiteres Merkmal des Buches besteht darin, dass am Ende jedes Kapitel Fragen stehen, die sich auf den Inhalt des Gelesenen beziehen. Dies dient dazu, sich das Gelesene selbst noch einmal vor Augen zu führen und den Inhalt zusammenzufassen. Abgerundet wird das Buch durch eine CD, auf der sich 33 Audio- und Videodateien befinden! Neben Liedern findet man vor allem Videoaufzeichnungen von Theateraufführungen, Gesängen und Tänzen, die AIDS und HIV thematisieren. Leider ist die Qualität der Videos eher schlecht.

Ich denke, dass dieses Buch hervorragend für den Schulunterricht geeignet ist: es vermittelt eine  Übersicht über einzelne Aspekte des afrikanischen Kontinent, enthält zusammenfassende Fragen (welcher Lehrer freut sich nicht, wenn er weniger Arbeit mit der Vorbereitung hat?) und bietet zusätzliches Audio- und Videomaterial. Leider wird Afrika im deutschen Lehrplan viel zu wenig – wenn überhaupt – beachtet, gerade jetzt wo überall das Zentralabitur eingeführt wird und es somit noch schwieriger wird, Themen zu behandeln, die nicht vorgegeben werden. Doch das ist ein anderes Thema.

Schreibe einen Kommentar